Archiv November 2009

Die Frauenunion Dorsten half bei einem festlichen Abend für die Bewohner des Paulinums in Holsterhausen

FU Vorsitzende Gaby Kleffmann im Kreis der Senioren im PaulinumFU Vorsitzende Gaby Kleffmann im Kreis der Senioren im Paulinum

Holsterhausen, 13.11.2009

 

Die Vorstandsdamen der Frauenunion Dorsten halfen gemeinsam mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Christel Briefs bei der Vorbereitung und Durchführung eines festlichen Abends für die Bewohner des Paulinums in Holsterhausen. 64 Senioren aus dem Haus und deren Angehörige wurden in gemütlich gestaltetem Ambiente bei einem Dreigangmenü bedient.
Die ehrenamtlichen Helferinnen der Frauenunion gaben sich viel Mühe, den Saal festlich zu schmücken und die Gäste gut zu umsorgen

 

Seit 2007 findet jährlich ein solches Essen in besonderem Ambiente für die Bewohner des Paulinums und deren Angehörige statt. In den vergangenen Jahren hatten Schüler einer Hotelfachschule aus Wesel die Saalgestaltung und den Service für diesen Abend übernommen. Die jungen Leute hatten diese Veranstaltung im Rahmen ihrer Umschulung im Hotelfachbereich für die älteren Menschen in Holsterhausen durchgeführt.


Nach gesetzlichen Änderungen im Rahmen der Umschulungsmaßnahmen konnten die Weseler Hotelfachschüler nicht mehr kreisübergreifend im Kreis Recklinghausen tätig werden. Mit bezahltem Personal wäre der Abend zu teuer für die Senioren geworden, so erklärte sich die Frauenunion, unterstützt durch die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Briefs bereit die Gestaltung des Abends zu übernehmen.


Die Senioren waren begeistert und genossen das festliche Menü als Jahreshöhepunkt im Rahmen des Veranstaltungsprogramm der Parea, die für das seniorengerechte Wohnen im Paulinum solche Angebote macht.

Sven Volmering zum Vize-Chef der Kreis-CDU gewählt

Die Dorstener CDU-Kreisvorstandsmitglieder mit CDU-Kreischef Josef Hovenjürgen MdL (3. v. r.)Die Dorstener CDU-Kreisvorstandsmitglieder mit CDU-Kreischef Josef Hovenjürgen MdL (3. v. r.)

CDU-Landtagsabgeordneter Josef Hovenjürgen als Kreisvorsitzender bestätigt

 

Castrop-Rauxel/Dorsten – Als „vollen Erfolg“ bezeichnet  CDU-Stadtverbandsvorsitzender Tobias Stockhoff den Parteitag der Kreis-CDU am vergangenen Samstag. Der CDU-Landtagsabgeordnete Josef Hovenjürgen, der sich im nächsten Jahr wieder um das Landtagsmandat im Dorstener Norden bewerben wird, wurde mit überwältigender Mehrheit im Amt bestätigt und wird somit auch in den kommenden beiden Jahren den Kreisverband führen. Hovenjürgen machte deutlich, dass er den Kreis Recklinghausen voranbringen möchte: „Ich möchte den Kreis Recklinghausen von einem Jammerkreis zum Zukunftskreis machen“, brachte Hovenjürgen sein Ziel auf eine kurze Formel.

 

Auch die fünf Kandidaten, die die Dorstener Union für den Kreisvorstand nominiert hatte, wurden mit ausgezeichneten Ergebnissen in den Kreisvorstand gewählt. Allen voran Sven Volmering, den der Parteitag gleich bei seiner ersten Kandidatur für den Kreisvorstand mit einem ausgezeichneten Ergebnis zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden machte. CDU-Stadtverbandsvorsitzender Tobias Stockhoff wurde ebenfalls mit einem guten Ergebnis von den knapp 200 Delegierten im Amt des Internetbeauftragten bestätigt.

 

Jeweils mehr als 90 Prozent der Stimmen erhielten auch die drei Dorstener Kandidaten, die den neuen Kreisvorstand als Beisitzer komplettieren werden. Dr. Thomas Grund, Christian Heddier und Walter Kübber werden künftig dem geschäftsführenden Kreisvorstand beratend zur Seite stehen.

 

„Die Wahlergebnisse zeigen die Geschlossenheit der Union im Kreis“, ist CDU-Stadtverbandschef Tobias Stockhoff überzeugt. Außerdem seien sie Bestätigung der Arbeit der Dorstener Kreisvorstandsmitglieder aber zugleich auch einen Ansporn für die Zukunft: „Mit Josef Hovenjürgen und Michael Dahmen haben wir zwei hervorragende Kandidaten für den Landtag, die unsere volle Unterstützung verdienen.“

CDU wird zur Bürgerpartei

Tobias StockhoffTobias Stockhoff

Interview von Ludger Böhne und Martin Ahlers aus der WAZ Dorsten vom 07.11.2009 zur Wiederwahl von Tobias Stockhoff als CDU-Stadtverbandsvorsitzender

Dorsten - Als Tobias Stockhoff (28) vor zweieinhalb Jahren nach dem Rücktritt von Werner Niermann zum CDU-Chef gewählt wurde, wirkte das auf manche Parteimitglieder wie ein Putsch. Nach einigen Misstönen stand die Union vor einer Zerreißprobe.

Beim Parteitag Ende Oktober wurde der Wulfener nun ohne Gegenstimme im Amt bestätigt (WAZ berichtete). Kein Stadtverband dieser Größe werde so professionell geführt, sagte Bundestagskandidat und neuer Parteivize Sven Volmering. Die WAZ sprach mit dem CDU-Vorsitzenden über seine erste Amtszeit, sein Projekt einer „Bürgerpartei" und sein Politikverständnis.

 

Ein Friede-Freude-Eierkuchen-Verein?

 


Diesmal hatten Sie 100 % Zustimmung, vor zweieinhalb Jahren nur 80 %.

 

Tobias Stockhoff: So um den Dreh. Diesmal waren allerdings weniger Leute beim Parteitag. Aber das war nach drei Wahlen in einem Jahr auch kein Wunder. Viel wichtiger finde ich, dass die Ergebnisse der Vorstandswahlen insgesamt besser waren. Bei allen Kandidaten gab es kaum Gegenstimmen. Das war damals anders.

 

Die Union - ein Friede-Freude-Eierkuchen-Verein?

 

Stockhoff: Um die Streitkultur habe ich keine Sorge, wir streiten uns noch genug. Aber das tun wir intern. Und zwar um inhaltliche Fragen.

 

Was ist seitdem passiert?

 

Stockhoff: Das war eine Gemeinschaftsleistung. Alle haben an einem Strang gezogen. Wir hatten damals zwei Möglichkeiten: Entweder, wir nehmen uns öffentlich auseinander - oder wir stürzen uns in Arbeit. Wir haben Vertrauen zueinander aufgebaut. Mit Bürgermeister Lambert Lütkenhorst und Fraktionschef Bernd Schwane telefoniere ich fast täglich. Wir stimmen ab, was ansteht. Der beste Vorsitzende einer Partei lässt Probleme gar nicht erst entstehen, sondern versucht vorher einzugreifen. Das hat bei uns ganz gut funktioniert.

 

Mit Ihrem Projekt Bürgerpartei haben Sie für die CDU sowas wie den immerwährenden Wahlkampf ausgerufen.

 

Stockhoff: Gute Parteiarbeit zwischen Wahlen ist der beste Wahlkampf. Zumindest gilt das für die CDU. Es ist sicher wichtig, im Schlussspurt zu mobilisieren. Aber für die CDU bringt das maximal fünf Prozentpunkte mehr. Ein Sahnehäubchen. Aber dafür braucht man eine Grundlage. Sonst nützt die Sahne nichts. In der SPD-Klientel bleiben viele Wähler lange unentschlossen. Da ist die Offensive zum Schluss wichtiger.

 

Das muss nicht mit dieser Drehzahl sein

 


Die Präsenz der CDU hat zuletzt auch ihre Mitstreiter strapaziert.

 

Stockhoff: Unsere Aufgabe ist es, dauerhaft gute Arbeit zu machen, die Bürger ernst zu nehmen. Aber es stimmt, das muss nicht mit der Drehzahl sein wie in den letzten Wahlkämpfen.

 

Sie haben auf dem Parteitag gesagt, in der CDU sollten sich Leute auch zeitlich oder auf ein Thema begrenzt engagieren können.

 

Stockhoff: Unser Konzept einer Bürgerpartei soll die Leute ansprechen. Das ist durchaus eine politisch-ethische Diskussion. Ein Bürger sollte sich mit seiner Stadt identifizieren und sich auch für sie engagieren. Das erleben wir beim Stadtumbau in Barkenberg oder aktuell bei der Biogasanlage in Holsterhausen, auch wenn's da darum geht, etwas zu verhindern. Das muss nicht verbunden sein mit dauerhaftem Einsatz in einer Partei. Aber grundsätzlich wollen wir Engagement unterstützen. Wie, darüber denken wir nach, auch gemeinsam mit der Stadtverwaltung. Sich fünf Jahre in einen Bezirksausschuss zu setzen, das machen Bürger nicht mehr mit. Da sitzen dann nur die Politiker, die kein Ratsmandat ergattert haben. Unser Vorteil ist: Wir sind in den Ortsteilen noch gut aufgestellt, haben überall Vorstände mit mindestens zehn Leuten. Die SPD dagegen wird in einigen Stadtteilen Schwierigkeiten bekommen, überhaupt noch genug Leute für einen Vorstand zu finden.

Die CDU hat in der Vergangenheit mit Neulingen auf guten Posten überrascht. In Lembeck etwa mit Reinhard Deinken oder in Wulfen mit Hans-Peter Jungblut.

 

Stockhoff: Quereinsteiger haben gute Chancen bei uns - auch auf herausragenden Posten, wenn sie das Handwerkszeug mitbringen. Das lernt man im Beruf oder im Ehrenamt. Allerdings gilt in der Politik immer: Es kann zu einer Kampfkandidatur kommen und dann muss man sich auch durchsetzen. Umgekehrt wird es für einige Posten immer schwieriger, Leute zu finden. Kassierer oder Schriftführer: das bedeutet richtig Arbeit.

 

Was in manchen Räten passiert, das nervt

 

 

Also wird's nicht leichter, Menschen für Stadtpolitik zu gewinnen?

 

Stockhoff: Was in manchen Stadträten passiert, das nervt viele Leute nur noch. Da sitzen sieben und mehr Parteien und es gibt keine klaren Mehrheiten. In Dorsten haben wir mit der FDP zusammen zum Glück noch eine eindeutige Mehrheit. Die politisch nicht Interessierten zu erreichen wird immer schwieriger und Politik wird komplexer. Ein Beispiel: Die Sperrstunde beim Wulfener Schützenfest. Zwischen Bürgerinteressen und geltender Rechtsprechung habe ich da noch keine einfache Lösung gefunden. Volksparteien wie die CDU haben allerdings einen Vorteil: Sie bündeln Einzelinteressen. Ob dabei immer der beste Kompromiss raus kommt, sei dahin gestellt. Aber die Menschen müssen erkennen, dass Meinungsbildung stattfindet. Streit - auch mit den anderen Parteien - gehört dazu, damit die Menschen Unterschiede erkennen können. Das hat die Bundes-CDU in der Vergangenheit nicht immer geschafft.

 

CDU und FDP bilden eine „bürgerliche Mehrheit", wie Sie gesagt haben. Welche Vereinbarungen zwischen CDU und FDP gibt es?

 

Stockhoff: Konkret geht es vor allem um Grundsatzfragen. Inhaltliche Absprachen sind schwierig in der finanziellen Situation der Stadt. Wichtig ist: Wir wollen vor Entscheidungen vernünftige Absprachen treffen - sozusagen eine erweiterte Meinungsbildung.

 

Die CDU hat trotz allem Wahlkampf Federn lassen müssen und die absolute Mehrheit im Rat verloren.

Stockhoff: Aber unsere Fraktion ist personell nicht schwächer geworden. Wir sind in allen Themenfeldern gut besetzt.

 


Zur Person: Antreiber der Dorstener CDU
Tobias Stockhoff (28) ist über den Rang eines politischen Talents längst hinausgewachsen. Nach Ämtern in der Jungen Union (bis heute ist er Kreisvorsitzender der JU) und der CDU (u.a. Parteichef in Wulfen) hat er 2007 den Chefposten der Stadtpartei übernommen - auch gegen mächtige Widerstände: Bürgermeister Lambert Lütkenhorst hatte damals erwogen, selbst die Parteiführung anzustreben. Seitdem hat sich Stockhoff als cleverer Stratege, Antreiber einer Partei mit fast 900 Mitgliedern und Teamarbeiter etabliert. Er lotste Sven Volmering als Bundestagskandidat nach Dorsten, der als JU-Landeschef im SPD-dominierten Wahlkreis Dorsten-Gladbeck-Bottrop auf einen guten Listenplatz hoffen durfte. Stockhoff gilt als gut vernetzt in Landes- und Bundespolitik.

 

Die Fragen stellten Ludger Böhne und Martin Ahlers von der WAZ Dorsten.